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Friedhof-VerzeichnisBestand Gebühr Recht

Mecklenburg-Vorpommern, BestattG M-V, Stand 1. Februar 2024

Fristen und Recht nach einem Todesfall in Mecklenburg-Vorpommern

Nach einem Todesfall laufen mehrere Fristen gleichzeitig, und keine davon steht auf dem Leichenschauschein. Es gilt das Recht am Ort der Bestattung und nicht das Ihres Wohnorts. Wer in Mecklenburg-Vorpommern bestatten lässt, rechnet deshalb nach dem BestattG M-V, auch aus einem anderen Bundesland heraus.

sofort
Ab wann Sie einen Bestatter anrufen dürfen

keine Wartezeit

36 Stunden
So lange darf Ihr Angehöriger zu Hause bleiben

§ 8 Abs. 1 BestattG M-V

mindestens 20 Jahre
Ruhezeit, also wie lange das Grab bleibt

§ 15 Abs. 1 BestattG M-V

Für den Anruf beim Bestatter gibt es in Mecklenburg-Vorpommern keine Wartezeit

Kurz beantwortet

Den Bestatter dürfen Sie in Mecklenburg-Vorpommern sofort anrufen, auch nachts und bevor der Arzt da war. Eine Wartezeit gibt es nicht, und ein erstes Gespräch verpflichtet zu nichts. Für die Überführung in die Leichenhalle gilt § 8 Abs. 1 BestattG M-V. 36 Stunden nach dem Tod, dann muss die Überführung erfolgt sein. Für den frühesten Bestattungstermin gilt § 10 Abs. 2 BestattG M-V. Ab dem zweiten Tag, also 24 Stunden nach dem Tod.

9 Fristen und Pflichten in Mecklenburg-Vorpommern, vom Anruf bis zum Grab

Der Anruf beim Bestatter, die Leichenschau und die Anzeige beim Standesamt gelten bundesweit gleich. Alles Weitere setzt das Landesrecht.

  1. In der ersten Stunde

    Was jetzt sofort zählt

    Ab wann darf ich einen Bestatter anrufen?

    Sofort. Es gibt keine Wartezeit.

    Sie dürfen jederzeit anrufen, auch nachts und auch bevor der Arzt da war. Bestatter haben Rufbereitschaft rund um die Uhr. Beauftragen müssen Sie dabei niemanden: Ein erstes Gespräch verpflichtet zu nichts, und ein seriöser Betrieb sagt Ihnen das von selbst. Abholen darf er erst, wenn der Arzt die Leichenschau gemacht hat.

    keine Vorschrift, weil nichts verboten ist

    Muss ich sofort einen Arzt rufen?

    Ja, unverzüglich. Ohne ihn geht nichts weiter.

    Der Arzt stellt den Tod fest und schreibt den Leichenschauschein. Ohne dieses Papier darf niemand die verstorbene Person abholen, und das Standesamt beurkundet nichts. Bei einem erwarteten Tod zu Hause rufen Sie den Hausarzt, sonst den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117, bei ungeklärten Umständen die 112.

    Landesrecht, in allen Ländern gleichlautend

    Wer muss sich um die Bestattung kümmern?

    Nach fester Reihenfolge, aber nur volljährig und ohne Betreuer.

    Wer unter gerichtlicher Betreuung steht, fällt hier ausdrücklich aus der Pflicht heraus. Die Reihenfolge setzt die Großeltern vor die Enkelkinder, anders als in Berlin oder Brandenburg.

    § 9 Abs. 2 BestattG M-V

  2. Am ersten Tag

    Die Frist, die zuerst läuft

    Wie lange darf mein Angehöriger zu Hause bleiben?

    36 Stunden nach dem Tod, dann muss die Überführung erfolgt sein.

    Sie haben 36 Stunden, um sich zu verabschieden. Danach muss die verstorbene Person in eine Leichenhalle, meist die des Bestatters oder des Friedhofs. Das ist die Frist, die als erste läuft, und fast niemand kennt sie. Wenn Angehörige noch anreisen, sagen Sie das dem Bestatter: Eine Verlängerung ist möglich, sie muss aber beantragt werden. Das Gesundheitsamt kann im Einzelfall eine Ausnahme zulassen.

    § 8 Abs. 1 BestattG M-V

    Ab dem wievielten Tag darf die Beerdigung sein?

    Ab dem zweiten Tag, also 24 Stunden nach dem Tod.

    Die Mindestfrist ist hier kürzer als in den meisten Ländern. Das heißt nicht, dass Sie sich beeilen müssen: Innerhalb von zehn Tagen soll bestattet sein, und diese Zeit sollten Sie nutzen, um zwei Angebote einzuholen.

    § 10 Abs. 2 BestattG M-V

  3. In den ersten Tagen

    Papiere und Termin

    Bis wann muss ich zum Standesamt?

    Am dritten Werktag nach dem Tod muss die Anzeige vorliegen.

    Zuständig ist das Standesamt des Sterbeorts, nicht Ihres Wohnorts. Wer im Krankenhaus der Nachbarstadt stirbt, wird dort beurkundet. In der Praxis übernimmt das der Bestatter, wenn Sie ihn beauftragt haben. Bestellen Sie gleich fünf bis zehn Sterbeurkunden: Kasse, Rente, Versicherungen, Bank und Nachlassgericht wollen jeweils ein Original.

    § 28 Personenstandsgesetz, bundesweit

    Darf ich meinen Angehörigen im Garten bestatten?

    Für die Erdbestattung nein, Ausnahmen sind selten.

    Die Gemeinde kann mit Zustimmung des Gesundheitsamtes eine Ausnahme zulassen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt. Das ist der Ausnahmefall und kein Weg, mit dem sich planen lässt. Für die Asche gibt es die Seebestattung, die an der Küste üblich ist.

    § 13 Abs. 1 BestattG M-V

  4. In den ersten zwei Wochen

    Bis die Beisetzung stehen muss

    Darf ich die Urne mit nach Hause nehmen?

    Nein. Sie wird nur zur Beisetzung ausgehändigt.

    Das Krematorium händigt die Urne nur zur Beisetzung aus oder versendet sie an die Friedhofsverwaltung. Ein Zwischenstopp bei Ihnen zu Hause ist nicht vorgesehen.

    § 12 BestattG M-V

  5. Über Jahrzehnte

    Wie lange das Grab und die Pflicht bleiben

    Wie viele Jahre bleibt das Grab bestehen?

    Mindestens 20 Jahre.

    Anders als in fast allen anderen Ländern legt hier nicht der Friedhofsträger die Frist fest, sondern das Gesundheitsamt, und zwar für jeden Friedhof einzeln. Unter 20 Jahre darf es dabei nicht gehen. Fragen Sie die Friedhofsverwaltung nach der für Ihren Friedhof festgelegten Frist, nicht nach der gesetzlichen Untergrenze.

    § 15 Abs. 1 BestattG M-V

Was das BestattG M-V in Mecklenburg-Vorpommern wörtlich sagt, Frage für Frage

Der Gesetzestext steht unverändert, die Einordnung daneben stammt von uns und ist als solche gekennzeichnet.

Wie lange darf mein Angehöriger zu Hause bleiben?

Wortlaut, § 8 Abs. 1 BestattG M-V

Jede Leiche ist innerhalb von 36 Stunden nach Eintritt des Todes, bei späterem Auffinden unverzüglich in eine Leichenhalle zu überführen.

Ab dem wievielten Tag darf die Beerdigung sein?

Wortlaut, § 10 Abs. 2 BestattG M-V

Erdbestattungen dürfen frühestens 24 Stunden nach Eintritt des Todes vorgenommen werden; innerhalb von zehn Tagen nach Todeseintritt soll die Erdbestattung vorgenommen, bei einer Feuerbestattung die Leiche in ein Krematorium befördert oder zur Bestattung an einem anderen Ort auf den Weg gebracht worden sein.
Was das bedeutet: Das Gesundheitsamt kann Ausnahmen genehmigen.

Wie viele Jahre bleibt das Grab bestehen?

Wortlaut, § 15 Abs. 1 BestattG M-V

Das Gesundheitsamt legt die Mindestruhezeit für den jeweiligen Friedhof und für sonstige Grabstätten fest. Sie darf 20 Jahre nicht unterschreiten. Vor Ablauf der Ruhezeit darf in einem Grab keine weitere Erdbestattung vorgenommen werden.
Was das bedeutet: Die 20 Jahre gelten auch dort, wo früher eine kürzere Frist festgelegt war. Für die Asche von Tot- und Fehlgeborenen gilt überhaupt keine Ruhezeit.

Darf ich meinen Angehörigen im Garten bestatten?

Wortlaut, § 13 Abs. 1 BestattG M-V

Erdbestattungen sind nur auf Friedhöfen zulässig. Die Gemeinde kann mit Zustimmung des Gesundheitsamtes im Einzelfall Ausnahmen zulassen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt und öffentliche Belange nicht entgegenstehen.

Darf ich die Urne mit nach Hause nehmen?

Wortlaut, § 12 BestattG M-V

Die Urne nur zur Beisetzung aushändigen oder versenden.

Wer muss sich um die Bestattung kümmern?

Wortlaut, § 9 Abs. 2 BestattG M-V

Für die Bestattung haben die volljährigen Angehörigen, für die kein Betreuer gerichtlich bestellt ist, in folgender Reihenfolge zu sorgen: 1. Ehegatte, 2. Lebenspartner, 3. Kinder, 4. Eltern, 5. Geschwister, 6. Großeltern, 7. Enkelkinder, 8. sonstiger Partner einer auf Dauer angelegten nichtehelichen Lebensgemeinschaft.
Was das bedeutet: Kommt niemand der Pflicht nach, sorgt die örtliche Ordnungsbehörde am Ort der letzten Hauptwohnung für die Bestattung, nicht die am Sterbeort. Das ist im Ländervergleich die Ausnahme.

Friedhöfe in Mecklenburg-Vorpommern, Fristenrechner, Kosten und die ersten Schritte

Quellen und Stand

Erfasst von Redaktion Friedhof-Verzeichnis, Stand 26.08.2026. Gebühren und Fristen ändern sich durch Beschluss der Gemeinde. Maßgeblich ist immer die geltende Satzung, nicht diese Wiedergabe. Wir beraten nicht in Rechtsfragen und stellen keinen Antrag.