Sachsen-Anhalt, BestattG LSA, Stand 1. Mai 2026
Fristen und Recht nach einem Todesfall in Sachsen-Anhalt
Nach einem Todesfall laufen mehrere Fristen gleichzeitig, und keine davon steht auf dem Leichenschauschein. Es gilt das Recht am Ort der Bestattung und nicht das Ihres Wohnorts. Wer in Sachsen-Anhalt bestatten lässt, rechnet deshalb nach dem BestattG LSA, auch aus einem anderen Bundesland heraus.
- sofort
- Ab wann Sie einen Bestatter anrufen dürfen
- 36 Stunden
- So lange darf Ihr Angehöriger zu Hause bleiben
- mindestens 15 Jahre
- Ruhezeit, also wie lange das Grab bleibt
keine Wartezeit
§ 10 Abs. 1 BestattG LSA
§ 22 Abs. 2 Sätze 2 bis 4 BestattG LSA
Für den Anruf beim Bestatter gibt es in Sachsen-Anhalt keine Wartezeit
Kurz beantwortet
8 Fristen und Pflichten in Sachsen-Anhalt, vom Anruf bis zum Grab
Der Anruf beim Bestatter, die Leichenschau und die Anzeige beim Standesamt gelten bundesweit gleich. Alles Weitere setzt das Landesrecht.
In der ersten Stunde
Was jetzt sofort zählt
- Ab wann darf ich einen Bestatter anrufen?
Sofort. Es gibt keine Wartezeit.
Sie dürfen jederzeit anrufen, auch nachts und auch bevor der Arzt da war. Bestatter haben Rufbereitschaft rund um die Uhr. Beauftragen müssen Sie dabei niemanden: Ein erstes Gespräch verpflichtet zu nichts, und ein seriöser Betrieb sagt Ihnen das von selbst. Abholen darf er erst, wenn der Arzt die Leichenschau gemacht hat.
keine Vorschrift, weil nichts verboten ist
- Muss ich sofort einen Arzt rufen?
Ja, unverzüglich. Ohne ihn geht nichts weiter.
Der Arzt stellt den Tod fest und schreibt den Leichenschauschein. Ohne dieses Papier darf niemand die verstorbene Person abholen, und das Standesamt beurkundet nichts. Bei einem erwarteten Tod zu Hause rufen Sie den Hausarzt, sonst den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117, bei ungeklärten Umständen die 112.
Landesrecht, in allen Ländern gleichlautend
- Wer muss sich um die Bestattung kümmern?
Die Angehörigen in fester Reihenfolge, und die Großeltern stehen vor den Geschwistern.
Die Pflicht trifft Sie, sobald niemand vor Ihnen in der Reihe vorhanden oder in angemessener Zeit auffindbar ist, und sie hängt weder am Erbe noch daran, wie das Verhältnis war. Sie beginnt sofort, denn dieselbe Reihenfolge gilt schon für die Überführung, die binnen 36 Stunden erfolgen soll. Als Geschwisterkind kommen Sie erst nach den Großeltern an die Reihe; klären Sie das, bevor Sie einen Bestatter beauftragen und die Rechnung an sich ziehen. Zur Bestattung kommen die Kosten der Leichenschau und der Todesbescheinigung hinzu, die nach § 8 ebenfalls trägt, wer für die Bestattung zu sorgen hat. Können Sie das nicht tragen, beantragen Sie die Übernahme beim Sozialamt, und zwar bevor Sie den Auftrag erteilen, denn übernommen wird nur, was erforderlich ist.
§ 14 Abs. 2 BestattG LSA
Am ersten Tag
Die Frist, die zuerst läuft
- Wie lange darf mein Angehöriger zu Hause bleiben?
36 Stunden nach dem Tod, dann muss die Überführung erfolgt sein.
Sie haben 36 Stunden, um sich zu verabschieden. Danach muss die verstorbene Person in eine Leichenhalle, meist die des Bestatters oder des Friedhofs. Das ist die Frist, die als erste läuft, und fast niemand kennt sie. Wenn Angehörige noch anreisen, sagen Sie das dem Bestatter: Eine Verlängerung ist möglich, sie muss aber beantragt werden. Das Gesetz sagt soll und nicht muss, und die Behörde kann die Frist ausdrücklich verlängern. Fragen lohnt sich hier also.
§ 10 Abs. 1 BestattG LSA
In den ersten Tagen
Papiere und Termin
- Bis wann muss ich zum Standesamt?
Am dritten Werktag nach dem Tod muss die Anzeige vorliegen.
Zuständig ist das Standesamt des Sterbeorts, nicht Ihres Wohnorts. Wer im Krankenhaus der Nachbarstadt stirbt, wird dort beurkundet. In der Praxis übernimmt das der Bestatter, wenn Sie ihn beauftragt haben. Bestellen Sie gleich fünf bis zehn Sterbeurkunden: Kasse, Rente, Versicherungen, Bank und Nachlassgericht wollen jeweils ein Original.
§ 28 Personenstandsgesetz, bundesweit
- Warum dauert die Einäscherung länger als eine Erdbestattung?
Weil vorher eine zweite Leichenschau stattfinden muss.
Ohne die Bescheinigung darüber darf kein Krematorium einäschern. Das kostet einen zusätzlichen Werktag und eine zusätzliche Gebühr. Fragen Sie den Bestatter, ob sie im Angebot enthalten ist.
§ 18 Abs. 1 BestattG LSA
In den ersten Monaten
Wenn eingeäschert wurde
- Wie lange darf ich die Urne stehen lassen?
Sechs Monate nach der Einäscherung.
Das ist die längste Frist, die es gibt, und sie reicht auch dann, wenn Angehörige aus dem Ausland kommen sollen oder wenn in der Familie erst eine Einigung nötig ist. Sie läuft ab der Einäscherung, nicht ab dem Sterbetag.
§ 17 BestattG LSA
Über Jahrzehnte
Wie lange das Grab und die Pflicht bleiben
- Wie viele Jahre bleibt das Grab bestehen?
Mindestens 15 Jahre, bei Kindern unter zehn Jahren zehn.
Die Frist beginnt mit der Bestattung, nicht mit dem Todestag, und gilt für Urnen genauso wie für Särge. Die tatsächliche Dauer legt der Friedhofsträger fest und liegt oft darüber, fragen Sie deshalb dort nach.
§ 22 Abs. 2 Sätze 2 bis 4 BestattG LSA
Was das BestattG LSA in Sachsen-Anhalt wörtlich sagt, Frage für Frage
Der Gesetzestext steht unverändert, die Einordnung daneben stammt von uns und ist als solche gekennzeichnet.
Wie lange darf mein Angehöriger zu Hause bleiben?
Wortlaut, § 10 Abs. 1 BestattG LSA
Nach Ausstellung der Todesbescheinigung soll jede Leiche spätestens 36 Stunden nach dem Eintritt des Todes in eine Leichenhalle übergeführt werden.
Wie lange darf ich die Urne stehen lassen?
Wortlaut, § 17 BestattG LSA
Urnen sind innerhalb von sechs Monaten nach der Einäscherung beizusetzen.
Wie viele Jahre bleibt das Grab bestehen?
Wortlaut, § 22 Abs. 2 Sätze 2 bis 4 BestattG LSA
Die Ruhezeit beträgt für die Leichen von Kindern, die vor Vollendung des 10. Lebensjahres gestorben sind, mindestens zehn Jahre, im Übrigen mindestens 15 Jahre (Mindestruhezeit). Die Mindestruhezeit gilt auch für die Asche Verstorbener. Die Ruhezeit beginnt mit der Bestattung oder Beisetzung.
Wer muss sich um die Bestattung kümmern?
Wortlaut, § 14 Abs. 2 BestattG LSA
Für die Bestattung haben die Personen nach § 10 Abs. 2 Satz 1 in der dort genannten Reihenfolge oder eine von der verstorbenen Person zu Lebzeiten beauftragte Person oder Einrichtung zu sorgen. Sind die in Satz 1 genannten Personen nicht vorhanden, nicht bekannt oder nicht zu ermitteln und veranlasst kein anderer die Bestattung, hat die zuständige Behörde, in deren Gebiet der Todesfall eingetreten ist, dafür zu sorgen.
Warum dauert die Einäscherung länger als eine Erdbestattung?
Wortlaut, § 18 Abs. 1 BestattG LSA
Einäscherungen dürfen erst durchgeführt werden, wenn eine zweite Leichenschau nach § 15 Abs. 3 Satz 2 bis 6 durchgeführt wurde.
Friedhöfe in Sachsen-Anhalt, Fristenrechner, Kosten und die ersten Schritte
Quellen und Stand
- Bestattungsgesetz Sachsen-Anhalt Artikel 1 des Gesetzes vom 1. Oktober 2025 (GVBl. LSA S. 730)
- Personenstandsgesetz, § 28 (Anzeigefrist beim Standesamt) Bundesrecht, gilt in allen Ländern
Erfasst von Redaktion Friedhof-Verzeichnis, Stand 26.08.2026. Gebühren und Fristen ändern sich durch Beschluss der Gemeinde. Maßgeblich ist immer die geltende Satzung, nicht diese Wiedergabe. Wir beraten nicht in Rechtsfragen und stellen keinen Antrag.