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Friedhof-VerzeichnisBestand Gebühr Recht

Sachsen-Anhalt · BestattG LSA, Stand 1. Mai 2026

Was darf ich wann? Der Ablauf in Sachsen-Anhalt

Nach einem Todesfall laufen mehrere Fristen gleichzeitig, und keine davon steht auf dem Leichenschauschein. Hier stehen sie in der Reihenfolge, in der sie Sie treffen, mit der Zahl zuerst und dem Paragrafen zuletzt.

sofort
Ab wann Sie einen Bestatter anrufen dürfen

keine Wartezeit

36 Stunden
So lange darf er zu Hause bleiben

§ 10 Abs. 1 BestattG LSA

mindestens 15 Jahre
So lange bleibt das Grab

§ 27 BestattG LSA

Das Wichtigste vorweg

Kurz beantwortet

Sie dürfen sofort einen Bestatter anrufen, es gibt dafür keine Wartezeit. Zu Hause bleiben darf Ihr Angehöriger 36 Stunden.

Der Ablauf, Frist für Frist

In der Reihenfolge, in der die Fristen laufen. Die drei ersten gelten bundesweit, der Rest ist Landesrecht.

  1. In der ersten Stunde

    Was jetzt sofort zählt

    Ab wann darf ich einen Bestatter anrufen?

    Sofort. Es gibt keine Wartezeit.

    Sie dürfen jederzeit anrufen, auch nachts und auch bevor der Arzt da war. Bestatter haben Rufbereitschaft rund um die Uhr. Beauftragen müssen Sie dabei niemanden: Ein erstes Gespräch verpflichtet zu nichts, und ein seriöser Betrieb sagt Ihnen das von selbst. Abholen darf er erst, wenn der Arzt die Leichenschau gemacht hat.

    keine Vorschrift, weil nichts verboten ist

    Muss ich sofort einen Arzt rufen?

    Ja, unverzüglich. Ohne ihn geht nichts weiter.

    Der Arzt stellt den Tod fest und schreibt den Leichenschauschein. Ohne dieses Papier darf niemand die verstorbene Person abholen, und das Standesamt beurkundet nichts. Bei einem erwarteten Tod zu Hause rufen Sie den Hausarzt, sonst den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117, bei ungeklärten Umständen die 112.

    Landesrecht, in allen Ländern gleichlautend

  2. Am ersten Tag

    Die Frist, die zuerst läuft

    Wie lange darf mein Angehöriger zu Hause bleiben?

    36 Stunden nach dem Tod, dann muss die Überführung erfolgt sein.

    Sie haben 36 Stunden, um sich zu verabschieden. Danach muss die verstorbene Person in eine Leichenhalle, meist die des Bestatters oder des Friedhofs. Das ist die Frist, die als erste läuft, und fast niemand kennt sie. Wenn Angehörige noch anreisen, sagen Sie das dem Bestatter: Eine Verlängerung ist möglich, sie muss aber beantragt werden. Das Gesetz sagt soll und nicht muss, und die Behörde kann die Frist ausdrücklich verlängern. Fragen lohnt sich hier also.

    § 10 Abs. 1 BestattG LSA

  3. In den ersten Tagen

    Papiere und Termin

    Bis wann muss ich zum Standesamt?

    Am dritten Werktag nach dem Tod muss die Anzeige vorliegen.

    Zuständig ist das Standesamt des Sterbeorts, nicht Ihres Wohnorts. Wer im Krankenhaus der Nachbarstadt stirbt, wird dort beurkundet. In der Praxis übernimmt das der Bestatter, wenn Sie ihn beauftragt haben. Bestellen Sie gleich fünf bis zehn Sterbeurkunden: Kasse, Rente, Versicherungen, Bank und Nachlassgericht wollen jeweils ein Original.

    § 28 Personenstandsgesetz, bundesweit

    Warum dauert die Einäscherung länger als eine Erdbestattung?

    Weil vorher eine zweite Leichenschau stattfinden muss.

    Ohne die Bescheinigung darüber darf kein Krematorium einäschern. Das kostet einen zusätzlichen Werktag und eine zusätzliche Gebühr. Fragen Sie den Bestatter, ob sie im Angebot enthalten ist.

    § 18 Abs. 1 BestattG LSA

  4. In den ersten Monaten

    Wenn eingeäschert wurde

    Wie lange darf ich die Urne stehen lassen?

    Sechs Monate nach der Einäscherung.

    Das ist die längste Frist, die es gibt, und sie reicht auch dann, wenn Angehörige aus dem Ausland kommen sollen oder wenn in der Familie erst eine Einigung nötig ist. Sie läuft ab der Einäscherung, nicht ab dem Sterbetag.

    § 17 BestattG LSA

  5. Über Jahrzehnte

    Wie lange das Grab und die Pflicht bleiben

    Wie viele Jahre bleibt das Grab bestehen?

    Mindestens 15 Jahre, bei Kindern unter zehn Jahren zehn.

    Die Frist beginnt mit der Bestattung, nicht mit dem Todestag, und gilt für Urnen genauso wie für Särge. Die tatsächliche Dauer legt der Friedhofsträger fest und liegt oft darüber, fragen Sie deshalb dort nach.

    § 27 BestattG LSA

Was genau im Gesetz steht

Der Wortlaut unverändert, unsere Einordnung sichtbar davon getrennt.

Wie lange darf mein Angehöriger zu Hause bleiben?

Wortlaut · § 10 Abs. 1 BestattG LSA

Nach Ausstellung der Todesbescheinigung soll jede Leiche spätestens 36 Stunden nach dem Eintritt des Todes in eine Leichenhalle übergeführt werden.

Wie lange darf ich die Urne stehen lassen?

Wortlaut · § 17 BestattG LSA

Urnen sind innerhalb von sechs Monaten nach der Einäscherung beizusetzen.

Wie viele Jahre bleibt das Grab bestehen?

Wortlaut · § 27 BestattG LSA

Die Ruhezeit beträgt für die Leichen von Kindern, die vor Vollendung des 10. Lebensjahres gestorben sind, mindestens zehn Jahre, im Übrigen mindestens 15 Jahre (Mindestruhezeit). Die Mindestruhezeit gilt auch für die Asche Verstorbener. Die Ruhezeit beginnt mit der Bestattung oder Beisetzung.

Warum dauert die Einäscherung länger als eine Erdbestattung?

Wortlaut · § 18 Abs. 1 BestattG LSA

Einäscherungen dürfen erst durchgeführt werden, wenn eine zweite Leichenschau nach § 15 Abs. 3 Satz 2 bis 6 durchgeführt wurde.

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Quellen und Stand

Erfasst von Redaktion Friedhof-Verzeichnis, Stand 26.08.2026. Gebühren und Fristen ändern sich durch Beschluss der Gemeinde. Maßgeblich ist immer die geltende Satzung, nicht diese Wiedergabe. Wir beraten nicht in Rechtsfragen und stellen keinen Antrag.