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Friedhof-VerzeichnisBestand Gebühr Recht

Schleswig-Holstein · BestattG, Stand 1. Januar 2025

Was darf ich wann? Der Ablauf in Schleswig-Holstein

Nach einem Todesfall laufen mehrere Fristen gleichzeitig, und keine davon steht auf dem Leichenschauschein. Hier stehen sie in der Reihenfolge, in der sie Sie treffen, mit der Zahl zuerst und dem Paragrafen zuletzt.

sofort
Ab wann Sie einen Bestatter anrufen dürfen

keine Wartezeit

9 Tage nach dem Tod
So viel Zeit für die Beerdigung

§ 16 Abs. 1 BestattG

keine Zahl im Gesetz
So lange bleibt das Grab

§ 23 Abs. 1 und 2 BestattG

Das Wichtigste vorweg

Kurz beantwortet

Sie dürfen sofort einen Bestatter anrufen, es gibt dafür keine Wartezeit. Die Beerdigung ist frühestens 48 Stunden nach dem Tod nach dem Tod möglich und muss spätestens 9 Tage nach dem Tod nach dem Tod erfolgt sein.

Der Ablauf, Frist für Frist

In der Reihenfolge, in der die Fristen laufen. Die drei ersten gelten bundesweit, der Rest ist Landesrecht.

  1. In der ersten Stunde

    Was jetzt sofort zählt

    Ab wann darf ich einen Bestatter anrufen?

    Sofort. Es gibt keine Wartezeit.

    Sie dürfen jederzeit anrufen, auch nachts und auch bevor der Arzt da war. Bestatter haben Rufbereitschaft rund um die Uhr. Beauftragen müssen Sie dabei niemanden: Ein erstes Gespräch verpflichtet zu nichts, und ein seriöser Betrieb sagt Ihnen das von selbst. Abholen darf er erst, wenn der Arzt die Leichenschau gemacht hat.

    keine Vorschrift, weil nichts verboten ist

    Muss ich sofort einen Arzt rufen?

    Ja, unverzüglich. Ohne ihn geht nichts weiter.

    Der Arzt stellt den Tod fest und schreibt den Leichenschauschein. Ohne dieses Papier darf niemand die verstorbene Person abholen, und das Standesamt beurkundet nichts. Bei einem erwarteten Tod zu Hause rufen Sie den Hausarzt, sonst den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117, bei ungeklärten Umständen die 112.

    Landesrecht, in allen Ländern gleichlautend

    Wer muss sich um die Bestattung kümmern?

    Über den Begriff Hinterbliebene, in fester Reihenfolge.

    Schleswig-Holstein regelt die Rangfolge nicht in einem eigenen Paragrafen zur Bestattungspflicht, sondern in der Begriffsbestimmung: Wo das Gesetz den Hinterbliebenen eine Pflicht auferlegt, gilt genau diese Reihenfolge. Kinder sind ausdrücklich auch adoptierte Kinder.

    § 2 Nr. 12 BestattG

  2. In den ersten Tagen

    Papiere und Termin

    Bis wann muss ich zum Standesamt?

    Am dritten Werktag nach dem Tod muss die Anzeige vorliegen.

    Zuständig ist das Standesamt des Sterbeorts, nicht Ihres Wohnorts. Wer im Krankenhaus der Nachbarstadt stirbt, wird dort beurkundet. In der Praxis übernimmt das der Bestatter, wenn Sie ihn beauftragt haben. Bestellen Sie gleich fünf bis zehn Sterbeurkunden: Kasse, Rente, Versicherungen, Bank und Nachlassgericht wollen jeweils ein Original.

    § 28 Personenstandsgesetz, bundesweit

    Ab dem wievielten Tag darf die Beerdigung sein?

    Ab dem dritten Tag, also 48 Stunden nach dem Tod.

    Sie müssen am Todestag nichts entscheiden. Nutzen Sie die zwei Tage für zwei Kostenaufstellungen und für die Wahl der Grabart, denn die bindet Sie über zwei Jahrzehnte.

    § 16 Abs. 1 BestattG

    Warum dauert die Einäscherung länger als eine Erdbestattung?

    Weil vorher eine zweite Leichenschau stattfinden muss.

    Sie ist auch vor Bestattungsformen vorgeschrieben, die den Körper beschleunigt auflösen. Rechnen Sie mit einem zusätzlichen Werktag und einer zusätzlichen Gebühr.

    § 17 Abs. 1 BestattG

  3. In den ersten zwei Wochen

    Bis die Beisetzung stehen muss

    Wie viele Tage habe ich für die Beerdigung Zeit?

    Neun Tage für Erdbestattung oder Einäscherung.

    Das Gesetz sagt hier soll und nicht muss, die Frist ist also etwas weicher als in anderen Ländern. Planen Sie trotzdem damit: Wenn Angehörige aus dem Ausland anreisen, sagen Sie es dem Bestatter am ersten Tag.

    § 16 Abs. 1 BestattG

  4. In den ersten Monaten

    Wenn eingeäschert wurde

    Wie lange darf ich die Urne stehen lassen?

    Drei Monate nach der Einäscherung.

    Auch hier steht sollen und nicht müssen. Drei Monate reichen in aller Regel, um einen gemeinsamen Termin zu finden. Tragen Sie sich den Tag ein, sobald die Einäscherung stattgefunden hat.

    § 16 Abs. 3 BestattG

  5. Über Jahrzehnte

    Wie lange das Grab und die Pflicht bleiben

    Wie viele Jahre bleibt das Grab bestehen?

    Das Gesetz nennt keine Zahl. Der Friedhofsträger legt sie fest.

    Sie können die Frist nirgends im Landesrecht nachschlagen. Maßgeblich ist die Satzung Ihres Friedhofs, und die Untergrenze ist keine Jahreszahl, sondern die Verwesungsdauer des dortigen Bodens. Auf sandigem Boden fällt sie deshalb kürzer aus als auf schwerem Lehm.

    § 23 Abs. 1 und 2 BestattG

Was genau im Gesetz steht

Der Wortlaut unverändert, unsere Einordnung sichtbar davon getrennt.

Ab dem wievielten Tag darf die Beerdigung sein?

Wortlaut · § 16 Abs. 1 BestattG

Frühestens 48 Stunden nach Eintritt des Todes bestattet werden; innerhalb von neun Tagen nach Todeseintritt soll die Erdbestattung oder die Einäscherung vorgenommen werden.

Wie viele Tage habe ich für die Beerdigung Zeit?

Wortlaut · § 16 Abs. 1 BestattG

Innerhalb von neun Tagen nach Todeseintritt soll die Erdbestattung oder die Einäscherung vorgenommen werden.

Wie lange darf ich die Urne stehen lassen?

Wortlaut · § 16 Abs. 3 BestattG

Urnen sollen innerhalb von drei Monaten nach der Einäscherung beigesetzt werden.

Wie viele Jahre bleibt das Grab bestehen?

Wortlaut · § 23 Abs. 1 und 2 BestattG

Der Friedhofsträger legt nach Anhörung des Kreises oder der kreisfreien Stadt Fristen fest, in denen Grabstätten nicht erneut belegt werden dürfen (Ruhezeiten). Die Ruhezeit beginnt mit der Erdbestattung oder Urnenbeisetzung und wird durch eine Umbettung nicht unterbrochen. Bei der Festlegung der Ruhezeit für Erdbestattungen ist zumindest die sich aus den jeweiligen Bodenverhältnissen ergebende Verwesungsdauer als Ruhezeit einzuhalten.
Was das bedeutet: Schleswig-Holstein ist damit neben Bayern das zweite Land, das keine Jahreszahl vorgibt. Eine Umbettung startet die Frist nicht neu, was in mehreren anderen Ländern anders geregelt ist.

Wer muss sich um die Bestattung kümmern?

Wortlaut · § 2 Nr. 12 BestattG

Hinterbliebene sind die folgenden volljährigen Personen: a) die Ehegattin oder der Ehegatte, b) die eingetragene Lebenspartnerin oder der eingetragene Lebenspartner, c) leibliche und adoptierte Kinder, d) Eltern, e) Geschwister, f) Großeltern und g) Enkelkinder der verstorbenen Person. Soweit das Gesetz den Hinterbliebenen eine Pflicht auferlegt oder ein Recht einräumt, sind sie in der hier bestimmten Reihenfolge zu ihrer Erfüllung verpflichtet oder seiner Wahrnehmung berechtigt.
Was das bedeutet: Die ausdrückliche Gleichstellung adoptierter Kinder steht so in keinem anderen Bestattungsgesetz. Sie hat praktisch vor allem dort Gewicht, wo eine Adoption erst im Erwachsenenalter erfolgt ist.

Warum dauert die Einäscherung länger als eine Erdbestattung?

Wortlaut · § 17 Abs. 1 BestattG

Vor einer Einäscherung und vor der Durchführung einer Bestattung nach § 15a, die eine beschleunigte Auflösung des körperlichen Zusammenhaltes bewirkt.

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Quellen und Stand

Erfasst von Redaktion Friedhof-Verzeichnis, Stand 26.08.2026. Gebühren und Fristen ändern sich durch Beschluss der Gemeinde. Maßgeblich ist immer die geltende Satzung, nicht diese Wiedergabe. Wir beraten nicht in Rechtsfragen und stellen keinen Antrag.