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Friedhof-VerzeichnisBestand Gebühr Recht

Berlin, BestattG, Stand 1. März 2024

Fristen und Recht nach einem Todesfall in Berlin

Nach einem Todesfall laufen mehrere Fristen gleichzeitig, und keine davon steht auf dem Leichenschauschein. Es gilt das Recht am Ort der Bestattung und nicht das Ihres Wohnorts. Wer in Berlin bestatten lässt, rechnet deshalb nach dem BestattG, auch aus einem anderen Bundesland heraus.

sofort
Ab wann Sie einen Bestatter anrufen dürfen

keine Wartezeit

36 Stunden
So lange darf Ihr Angehöriger zu Hause bleiben

§ 9 Abs. 1 BestattG

mindestens 20 Jahre
Ruhezeit, also wie lange das Grab bleibt

§ 11 Abs. 1 und 2 Friedhofsgesetz

Für den Anruf beim Bestatter gibt es in Berlin keine Wartezeit

Kurz beantwortet

Den Bestatter dürfen Sie in Berlin sofort anrufen, auch nachts und bevor der Arzt da war. Eine Wartezeit gibt es nicht, und ein erstes Gespräch verpflichtet zu nichts. Für die Überführung in die Leichenhalle gilt § 9 Abs. 1 BestattG. 36 Stunden nach dem Tod, dann muss die Überführung erfolgt sein.

8 Fristen und Pflichten in Berlin, vom Anruf bis zum Grab

Der Anruf beim Bestatter, die Leichenschau und die Anzeige beim Standesamt gelten bundesweit gleich. Alles Weitere setzt das Landesrecht.

  1. In der ersten Stunde

    Was jetzt sofort zählt

    Ab wann darf ich einen Bestatter anrufen?

    Sofort. Es gibt keine Wartezeit.

    Sie dürfen jederzeit anrufen, auch nachts und auch bevor der Arzt da war. Bestatter haben Rufbereitschaft rund um die Uhr. Beauftragen müssen Sie dabei niemanden: Ein erstes Gespräch verpflichtet zu nichts, und ein seriöser Betrieb sagt Ihnen das von selbst. Abholen darf er erst, wenn der Arzt die Leichenschau gemacht hat.

    keine Vorschrift, weil nichts verboten ist

    Muss ich sofort einen Arzt rufen?

    Ja, unverzüglich. Ohne ihn geht nichts weiter.

    Der Arzt stellt den Tod fest und schreibt den Leichenschauschein. Ohne dieses Papier darf niemand die verstorbene Person abholen, und das Standesamt beurkundet nichts. Bei einem erwarteten Tod zu Hause rufen Sie den Hausarzt, sonst den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117, bei ungeklärten Umständen die 112.

    Landesrecht, in allen Ländern gleichlautend

    Wer muss sich um die Bestattung kümmern?

    Nur wenn die Vorherigen fehlen oder verhindert sind.

    Sie sind nicht schon deshalb zuständig, weil Sie das Kind sind. Die Pflicht trifft Sie erst, wenn niemand vor Ihnen in der Reihe vorhanden oder aus wichtigem Grund gehindert ist. Wer ohne Grund nicht sorgt, begeht eine Ordnungswidrigkeit.

    § 16 Abs. 1 und 2 BestattG

  2. Am ersten Tag

    Die Frist, die zuerst läuft

    Wie lange darf mein Angehöriger zu Hause bleiben?

    36 Stunden nach dem Tod, dann muss die Überführung erfolgt sein.

    Sie haben 36 Stunden, um sich zu verabschieden. Danach muss die verstorbene Person in eine Leichenhalle, meist die des Bestatters oder des Friedhofs. Das ist die Frist, die als erste läuft, und fast niemand kennt sie. Wenn Angehörige noch anreisen, sagen Sie das dem Bestatter: Eine Verlängerung ist möglich, sie muss aber beantragt werden.

    § 9 Abs. 1 BestattG

  3. In den ersten Tagen

    Papiere und Termin

    Bis wann muss ich zum Standesamt?

    Am dritten Werktag nach dem Tod muss die Anzeige vorliegen.

    Zuständig ist das Standesamt des Sterbeorts, nicht Ihres Wohnorts. Wer im Krankenhaus der Nachbarstadt stirbt, wird dort beurkundet. In der Praxis übernimmt das der Bestatter, wenn Sie ihn beauftragt haben. Bestellen Sie gleich fünf bis zehn Sterbeurkunden: Kasse, Rente, Versicherungen, Bank und Nachlassgericht wollen jeweils ein Original.

    § 28 Personenstandsgesetz, bundesweit

    Darf ich meinen Angehörigen im Garten bestatten?

    Nein. Erdbestattungen nur auf öffentlichen Friedhöfen.

    Für eine Erdbestattung gibt es keinen Weg daran vorbei. Wenn Sie einen Ort außerhalb des Friedhofs wollen, bleibt die Seebestattung: Sie ist in Berlin ausdrücklich zugelassen, und die Pflicht zur Beisetzung auf einem Friedhof gilt dann nicht.

    § 17 BestattG

  4. In den ersten Monaten

    Wenn eingeäschert wurde

    Wie lange darf ich die Urne stehen lassen?

    Sechs Monate nach der Einäscherung.

    Berlin gibt Ihnen die längste Frist aller Länder. Ein halbes Jahr reicht auch dann, wenn Angehörige aus dem Ausland kommen sollen oder wenn Sie in der Familie erst eine Einigung brauchen. Die Frist läuft ab der Einäscherung, nicht ab dem Sterbetag.

    § 20 Abs. 2 BestattG

  5. Über Jahrzehnte

    Wie lange das Grab und die Pflicht bleiben

    Wie viele Jahre bleibt das Grab bestehen?

    Mindestens 20 Jahre, und zwar beim Erdgrab wie beim Urnengrab.

    Diese Zahl steht nicht im Bestattungsgesetz, sondern im Friedhofsgesetz, deshalb finden Sie sie nicht dort, wo Sie zuerst nachschlagen. Zwanzig Jahre lang wird das Grab nicht neu belegt, und zwanzig Jahre lang läuft Ihre Pflegepflicht. Der Friedhofsträger darf länger festsetzen, aber nicht kürzer; fragen Sie deshalb bei der Friedhofsverwaltung nach der Frist, die auf Ihrem Friedhof gilt. Ein Urnengrab läuft in Berlin nicht kürzer als ein Erdgrab, günstiger wird es nur über die kleinere Fläche.

    § 11 Abs. 1 und 2 Friedhofsgesetz

Was das BestattG in Berlin wörtlich sagt, Frage für Frage

Der Gesetzestext steht unverändert, die Einordnung daneben stammt von uns und ist als solche gekennzeichnet.

Wie lange darf mein Angehöriger zu Hause bleiben?

Wortlaut, § 9 Abs. 1 BestattG

Jede Leiche ist innerhalb von 36 Stunden in eine Leichenhalle zu überführen, sofern sie nicht innerhalb dieser Frist bestattet oder an einen Ort außerhalb Berlins befördert wird.

Wie lange darf ich die Urne stehen lassen?

Wortlaut, § 20 Abs. 2 BestattG

Die Aschen verstorbener Personen sind innerhalb von sechs Monaten nach der Einäscherung beizusetzen.

Wie viele Jahre bleibt das Grab bestehen?

Wortlaut, § 11 Abs. 1 und 2 Friedhofsgesetz

Die Ruhezeit beträgt für Erd- und Urnenbestattungen mindestens 20 Jahre. Der Friedhofsträger kann längere Ruhezeiten bestimmen und die Ruhezeit aus religiösen Gründen auf Dauer festlegen. Eine Grabstätte darf nur belegt werden, wenn die Mindestruhezeit eingehalten wird. Sie darf erst nach Ablauf der Ruhezeit des zuletzt Bestatteten neu belegt oder anderweitig verwendet werden.
Was das bedeutet: Die Angabe stammt nicht aus dem Bestattungsgesetz, aus dem die übrigen Berliner Fristen hier kommen, sondern aus dem Friedhofsgesetz vom 1. November 1995 (GVBl. S. 707) in der Fassung vom 1. Januar 2024. Berlin stellt Erd- und Urnenbestattung gleich, so wie Nordrhein-Westfalen; eine kürzere Ruhezeit für Aschen wie in Brandenburg, Rheinland-Pfalz oder Thüringen gibt es hier nicht.

Darf ich meinen Angehörigen im Garten bestatten?

Wortlaut, § 17 BestattG

Erdbestattungen dürfen nur auf öffentlichen (landeseigenen und nichtlandeseigenen) Friedhöfen vorgenommen werden.

Wer muss sich um die Bestattung kümmern?

Wortlaut, § 16 Abs. 1 und 2 BestattG

Für die Bestattung der Leiche haben zu sorgen: 1. die Ehegattin oder der Ehegatte oder die Lebenspartnerin oder der Lebenspartner, 2. die volljährigen Kinder, 3. die Eltern, 4. die volljährigen Geschwister, 5. die volljährigen Enkelkinder, 6. die Großeltern. Eine Verpflichtung, für die Bestattung zu sorgen, besteht nur, wenn die in der Reihenfolge früher genannten Angehörigen nicht vorhanden oder aus wichtigem Grund gehindert sind, für die Bestattung zu sorgen.
Was das bedeutet: Berlin setzt die Enkelkinder vor die Großeltern und verlangt ab Platz zwei durchgehend Volljährigkeit. Wer nicht sorgt, handelt nach § 24 ordnungswidrig, es sei denn, eine andere Person übernimmt die Bestattung.

Friedhöfe in Berlin, Fristenrechner, Kosten und die ersten Schritte

Quellen und Stand

Erfasst von Redaktion Friedhof-Verzeichnis, Stand 26.08.2026. Gebühren und Fristen ändern sich durch Beschluss der Gemeinde. Maßgeblich ist immer die geltende Satzung, nicht diese Wiedergabe. Wir beraten nicht in Rechtsfragen und stellen keinen Antrag.