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Friedhof-VerzeichnisBestand Gebühr Recht

Nordrhein-Westfalen · BestG NRW, Stand 1. Februar 2024

Was darf ich wann? Der Ablauf in Nordrhein-Westfalen

Nach einem Todesfall laufen mehrere Fristen gleichzeitig, und keine davon steht auf dem Leichenschauschein. Hier stehen sie in der Reihenfolge, in der sie Sie treffen, mit der Zahl zuerst und dem Paragrafen zuletzt.

sofort
Ab wann Sie einen Bestatter anrufen dürfen

keine Wartezeit

36 Stunden
So lange darf er zu Hause bleiben

§ 11 Abs. 2 BestG NRW

keine Zahl im Gesetz
So lange bleibt das Grab

§ 4 Abs. 2 BestG NRW

Das Wichtigste vorweg

Kurz beantwortet

Sie dürfen sofort einen Bestatter anrufen, es gibt dafür keine Wartezeit. Zu Hause bleiben darf Ihr Angehöriger 36 Stunden. Die Beerdigung ist frühestens 24 Stunden nach dem Tod nach dem Tod möglich.

Der Ablauf, Frist für Frist

In der Reihenfolge, in der die Fristen laufen. Die drei ersten gelten bundesweit, der Rest ist Landesrecht.

  1. In der ersten Stunde

    Was jetzt sofort zählt

    Ab wann darf ich einen Bestatter anrufen?

    Sofort. Es gibt keine Wartezeit.

    Sie dürfen jederzeit anrufen, auch nachts und auch bevor der Arzt da war. Bestatter haben Rufbereitschaft rund um die Uhr. Beauftragen müssen Sie dabei niemanden: Ein erstes Gespräch verpflichtet zu nichts, und ein seriöser Betrieb sagt Ihnen das von selbst. Abholen darf er erst, wenn der Arzt die Leichenschau gemacht hat.

    keine Vorschrift, weil nichts verboten ist

    Muss ich sofort einen Arzt rufen?

    Ja, unverzüglich. Ohne ihn geht nichts weiter.

    Der Arzt stellt den Tod fest und schreibt den Leichenschauschein. Ohne dieses Papier darf niemand die verstorbene Person abholen, und das Standesamt beurkundet nichts. Bei einem erwarteten Tod zu Hause rufen Sie den Hausarzt, sonst den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117, bei ungeklärten Umständen die 112.

    Landesrecht, in allen Ländern gleichlautend

    Wer muss sich um die Bestattung kümmern?

    Ehegatten, Lebenspartner, Kinder, Eltern, Geschwister, Großeltern, Enkelkinder.

    Kommen die Hinterbliebenen ihrer Pflicht nicht oder nicht rechtzeitig nach, veranlasst die örtliche Ordnungsbehörde die Bestattung. Zuständig ist die Gemeinde des Sterbe- oder Auffindungsorts, nicht die des Wohnorts.

    § 8 Abs. 1 BestG NRW

  2. Am ersten Tag

    Die Frist, die zuerst läuft

    Wie lange darf mein Angehöriger zu Hause bleiben?

    36 Stunden nach dem Tod, dann muss die Überführung erfolgt sein.

    Sie haben 36 Stunden, um sich zu verabschieden. Danach muss die verstorbene Person in eine Leichenhalle, meist die des Bestatters oder des Friedhofs. Das ist die Frist, die als erste läuft, und fast niemand kennt sie. Wenn Angehörige noch anreisen, sagen Sie das dem Bestatter: Eine Verlängerung ist möglich, sie muss aber beantragt werden. Auf Antrag von Hinterbliebenen kann die örtliche Ordnungsbehörde einen anderen geeigneten Ort genehmigen, wenn ein ärztliches Zeugnis keine Bedenken sieht.

    § 11 Abs. 2 BestG NRW

    Ab dem wievielten Tag darf die Beerdigung sein?

    Ab dem zweiten Tag, also 24 Stunden nach dem Tod.

    Vorher muss außerdem die Todesbescheinigung ausgestellt und der Sterbefall beim Standesamt eingetragen sein. In der Praxis vergehen dadurch ohnehin mehrere Tage, und die sollten Sie nutzen: für zwei Angebote und für die Wahl der Grabart.

    § 13 Abs. 2 BestG NRW

  3. In den ersten Tagen

    Papiere und Termin

    Bis wann muss ich zum Standesamt?

    Am dritten Werktag nach dem Tod muss die Anzeige vorliegen.

    Zuständig ist das Standesamt des Sterbeorts, nicht Ihres Wohnorts. Wer im Krankenhaus der Nachbarstadt stirbt, wird dort beurkundet. In der Praxis übernimmt das der Bestatter, wenn Sie ihn beauftragt haben. Bestellen Sie gleich fünf bis zehn Sterbeurkunden: Kasse, Rente, Versicherungen, Bank und Nachlassgericht wollen jeweils ein Original.

    § 28 Personenstandsgesetz, bundesweit

  4. Über Jahrzehnte

    Wie lange das Grab und die Pflicht bleiben

    Wie viele Jahre bleibt das Grab bestehen?

    Das Gesetz nennt keine Zahl, verlangt aber Gleichbehandlung von Sarg und Urne.

    Rechnen Sie hier nicht damit, dass ein Urnengrab kürzer läuft und deshalb weniger kostet. Nordrhein-Westfalen schreibt vor, dass Erdbestattung und Aschenbeisetzung gleich lange Grabnutzungszeiten bekommen. Die konkrete Zahl steht in der Satzung Ihres Friedhofs.

    § 4 Abs. 2 BestG NRW

Was genau im Gesetz steht

Der Wortlaut unverändert, unsere Einordnung sichtbar davon getrennt.

Wie lange darf mein Angehöriger zu Hause bleiben?

Wortlaut · § 11 Abs. 2 BestG NRW

Tote sind spätestens 36 Stunden nach dem Tode, jedoch nicht vor Ausstellung der Todesbescheinigung, in eine Leichenhalle zu überführen.

Ab dem wievielten Tag darf die Beerdigung sein?

Wortlaut · § 13 Abs. 2 BestG NRW

Erdbestattungen dürfen frühestens vierundzwanzig Stunden nach Eintritt des Todes vorgenommen werden.
Was das bedeutet: Die örtliche Ordnungsbehörde kann eine frühere Bestattung aus gesundheitlichen Gründen anordnen oder auf Antrag von Hinterbliebenen genehmigen.

Wie viele Jahre bleibt das Grab bestehen?

Wortlaut · § 4 Abs. 2 BestG NRW

Die Friedhofsträger legen für Erdbestattungen und für Aschenbeisetzungen gleich lange Grabnutzungszeiten fest, die zumindest die sich aus den Bodenverhältnissen ergebende Verwesungsdauer umfassen müssen.
Was das bedeutet: Das ist das Gegenteil der rheinland-pfälzischen Regelung, wo die Ruhezeit für Feuerbestattungen ausdrücklich kürzer ausfällt. Der Preisvorteil eines Urnengrabs entsteht in Nordrhein-Westfalen also nicht über die Laufzeit, sondern nur über die kleinere Fläche.

Wer muss sich um die Bestattung kümmern?

Wortlaut · § 8 Abs. 1 BestG NRW

Zur Bestattung verpflichtet sind in der nachstehenden Rangfolge Ehegatten, Lebenspartner, volljährige Kinder, Eltern, volljährige Geschwister, Großeltern und volljährige Enkelkinder (Hinterbliebene). Soweit diese ihrer Verpflichtung nicht oder nicht rechtzeitig nachkommen, hat die örtliche Ordnungsbehörde der Gemeinde, auf deren Gebiet der Tod eingetreten oder die oder der Tote gefunden worden ist, die Bestattung zu veranlassen.
Was das bedeutet: Der Begriff Hinterbliebene ist in Nordrhein-Westfalen genau diese Liste. Wo das Gesetz sonst von Hinterbliebenen spricht, meint es die hier genannten Personen in dieser Reihenfolge.

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Quellen und Stand

Erfasst von Redaktion Friedhof-Verzeichnis, Stand 26.08.2026. Gebühren und Fristen ändern sich durch Beschluss der Gemeinde. Maßgeblich ist immer die geltende Satzung, nicht diese Wiedergabe. Wir beraten nicht in Rechtsfragen und stellen keinen Antrag.